Bezirksjugendwettkampf des Technischen Hilfswerks erstmals in Selb

Miteinander Spaß haben

 

SELB. - Nur wenige Zuschauer fanden den Weg auf den Goldberg, wo bei eiskaltem Wetter erstmals der Bezirksjugendwettkampf des Technischen Hilfswerks ausgetragen wurde.

Bereits am Abend zuvor hatte der Selber Jugendbetreuer Uwe Prucker zusammen mit seinen Helfern alles für den Wettkampf Erforderliche aufgebaut, und einige Mutige hatten sogar die Nacht auf dem Goldberg verbracht, um die Zelte zu bewachen.

Im geheizten Zelt begrüßte Bezirksjugendleiterin Martina Weber die neun oberfränkischen Ortsjugendgruppen, die mit ungefähr 150 Jugendlichen am Wettbewerb teilnahmen. Wie sie erläuterte, stehe bei dieser Veranstaltung nicht der Kampf sondern der Wettstreit im Mittelpunkt. Dabei demonstrierten junge Menschen, wie sie aktiv im Katastrophenschutz mithelfen. Sie dankte dem Ortsverein Selb mit Jugendbetreuer Uwe Prucker, der die Organisation für den Wettbewerb auf dem Goldberg übernommen hatte.

Auch Oberbürgermeister Werner Schürer wandte sich an die Gäste und brachte seine Freude über das gefüllte Zelt zum Ausdruck. Den Wettkampf sollten die Teilnehmer im Sinn einer Olympiade sehen, wobei es wichtig sei, miteinander Spaß zu haben. Es sei respektabel, was junge Leute sich aneignen, wobei die Belohnung für die Jugendlichen die Tatsache sei, sich selbst zu messen und zu erkennen, wozu sie in der Lage seien. Auch er dankte der Ortsgruppe Selb sowie allen anderen und wünschte ihnen "ein bißchen Spaß" und daß sie ihren Ansprüchen genügen mögen.

Landrat Dr. Peter Seißer betonte, daß der Landkreis Wunsiedel sich durch zwei Ortsverbände, nämlich Selb und Marktredwitz, auszeichne, in denen die Jugendarbeit sehr stark betrieben werde. Heute befände man sich auf "heiligem Boden", nämlich auf dem Platz, wo zum Wiesenfest die Schulkinder ihre Spiele austragen wurden. Er wünschte, daß auch bei diesem Wettbewerb etwas vom Spielerischen rüber komme, daß der Tag unfallfrei verlaufe und die Schiedsrichter nicht zu viele Probleme hätten. Auch Dr. Seißer dankte den Organisatoren der Veranstaltung.

Die Geschäftsführerin des THW-Bereichs Hof, Erika Gerber, wünschte einen guten Wettkampfverlauf und betonte wie wichtig die Jugendarbeit im Technischen Hilfswerk sei. Die Jugendarbeit in Oberfranken - zu der auch solche Wettbewerbe mit einer tollen Atmosphäre gehörten - blühe und gedeihe. Die Jugendlichen sollten auch weiterhin ihre Einsatzbereitschaft aufrecht erhalten. Danach erklärte sie den Bezirksjugendwettkampf für eröffnet.

Die im Anschluß stattfindende Auslosung ergab, daß die Gruppen aus Bayreuth, Marktredwitz, Forchheim und Hof als erste mit den Wettkampfaufgaben beginnen sollten. Die zweite Wettkampfgruppe bestand dann aus den Ortsverbänden Bamberg, Kulmbach, Coburg, Kirchehrenbach und Selb. Der Ortsverein aus Naila hatte leider wieder abreisen müssen, da die Manschaft nicht aus der den erforderlichen sechs Junghelfern bestand.

Die für die Zuschauer wohl spektakulärste Wettkampfaufgabe bestand darin, einen Verletzten mit Hilfe einer Behelfstrage aus Jacken zu bergen und ihn unter einem Hindernis durchzuführen. Auch mußten die Jugendlichen Halogenscheinwerfer aufstellen, um die Einsatzstelle auszuleuchten und einen Dreibock binden, mit dessen Hilfe der Verletzte dann einen Meter in die Höhe gezogen wurde.

Für die insgesamt vier Wettkampfaufgaben hatten die Jugendlichen im Alter von zehn bis siebzehn Jahren eine Stunde Zeit, die von allen Gruppen auch eingehalten wurde. Wie Jugendbetreuer Uwe Prucker mitteilte, lagen die meisten Gruppen sogar weit unter dieser Frist.

Die Wettkampfgruppe der Selber bestand aus 14- bis 17-jährigen, die insgesamt drei bis viermal für den Wettkampf geübt hatten. An diesem Tag reichte es jedoch nur für den siebten Platz, was wahrscheinlich an der Nervosität der Teilnehmer lag.

Sieger wurde Coburg, gefolgt von Bamberg und Kulmbach. Bayreuth kam auf den vierten Platz, Forchheim und Kirchehrenbach folgten auf den Rängen fünf und sechs. Marktredwitz und Hof wurden achter und neunter.

Bei der Siegerehrung, die nach dem gemeinsamen Mittagessen stattfand, gab es für die drei ersten Mannschaften Pokale sowie für alle Teilnehmer Urkunden. Die Gruppe aus Coburg darf als Sieger des Bezirkwettbewerbs zum Landeswettbewerb fahren, um dort ihr Können zu beweisen. niki

Frankenpost, 13. Oktober 1998

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