60 Jahre humanitäre Hilfe
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Auch Ehrungen gab es anlässlich der 60-Jahr-Feier des Selber THW. Das Bild zeigt (von links): THW-Präsident Albrecht Broemme, Innenminister Dr. Hans-Peter Friedrich, Nadja Schaufuß, Klaus Prucker, Beatrix Schäfer, Ortsbeauftrager Uwe Prucker, Anita Hartmann, Gerhard Lüftner, Tobias Strake, den Hofer THW-Geschäftsführer Rüdiger Maetzig und Felix Künzel. |
Selb - Seit 60 Jahren bewältigt das Technische Hilfswerk in Selb ein vielfältiges Aufgabenspektrum. Egal, welche Art der technischen Hilfeleistung benötigt wird, die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer beherrschen ihr Handwerk. THW-Präsident Albrecht Broemme hat zum Jubiläum dem Selber Ortsverband einen neuen Führungs- und Kommunikationskraftwagen mit Anhänger übergeben (wir berichteten). Für besondere Verdienste um den Aufbau und die Entwicklung des THW Selb überreichte der Präsident das Helferzeichen in Gold an Nadja Schaufuß, Tobias Strake, Gerhard Lüftner, Felix Künzel und Beatrix Schäfer. Die besondere Auszeichnung, das Helferzeichen in Gold mit Kranz, erhielten Klaus Prucker und Anita Hartmann.
Ortsbeauftragter Uwe Prucker blickte in seiner Ansprache auf die 60-jährige Tätigkeit des THW in Selb zurück. Der scheidende Innenminister Dr. Hans-Peter Friedrich gratulierte dem THW als Dienstherr auf Bundesebene. Dem schloss sich auch die Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger an, die auf die Unverzichtbarkeit des THW als bundeseigene Organisation verwies. "Wenn andere warm und trocken daheim vor dem Fernseher sitzen, dann seid ihr bei Sturm und Hochwasser draußen", stellte die Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg fest. Das fordere viel Einsatz und Lernbereitschaft von jedem der bundesweit 80 000 Dienstleistenden, die zu 99 Prozent ehrenamtlich arbeiteten. Die zunehmenden Extremwetterlagen und die Nähe zum Atomkraftwerk Temelin bekräftigten die Unverzichtbarkeit des THW, das der humanitären Idee verpflichtet sei.
Landtagsabgeordneter Martin Schöffel verdeutlichte, wie hoch die ehrenamtliche Arbeit in Bayern angesiedelt sei. Der Hochwassereinsatz in Deggendorf in diesem Jahr habe die Notwendigkeit des THW einmal mehr bestätigt. Landrat Dr. Karl Döhler erinnerte an die erzieherische und gesellschaftliche Aufgabe des THW für die Jugend. Er bedankte sich auch für das enge Miteinander und die gegenseitige Unterstützung aller Hilfsorganisationen.
Auch Oberbürgermeister Ullrich Pötsch gratulierte zum Jubiläum, das im Vereinswesen etwas Besonderes darstelle. Ein solches Fest stehe und falle mit den Akteuren, in diesem Fall mit dem Ortsbeauftragten Uwe Prucker und dem Stadtbrandinspektor Max Schmidt. Beide könnten gut miteinander, und somit arbeiteten auch beide Hilfsorganisationen gut zusammen, was die Jubiläumsfeier des THW im Selber Feuerwehrgerätehaus deutlich mache.
Kreisbrandrat Gerhard Bergmann erinnerte an die vielen Einsätze des THW, Hand in Hand mit den Feuerwehren des Landkreises. Dabei beschränke sich das Einsatzgebiet nicht nur auf die heimische Region. Der Kreisbrandrat nutzte das Jubiläum, um Ortsbeauftragten Uwe Prucker mit der Bayerischen Feuerwehr-Ehrenmedaille auszuzeichnen. In seiner Laudatio ging Bergmann auf die Verdienste des Geehrten ein, der seit 2008 die Geschicke des THW in Selb leitet. Während dieser Zeit unterstützte das THW die Feuerwehren bei zahlreichen Einsätzen und verpflegte die Wehren bei gemeinsamen Ausbildungsveranstaltungen. Dabei herrsche immer ein vertrauensvolles, kameradschaftliches Miteinander, bekräftigte Bergmann.
Der Ortsverband zählt aktuell 112 Mitglieder, davon 77 Aktive und 22 Junghelfer. Das THW verfügt über zehn Fahrzeuge.
Am 27. April 1953 wird der THW-Ortsverband Selb gegründet.
1955 wird Stadtbaurat Diener erster Ortsbeauftragter, die Ausbildung findet im Bauhof statt
1957 wird August Hoffmann Ortsbeauftragter
1957 bezieht das THW die eigene Unterkunft im Mulzhaus, Pfaffenleite
1964 wird Manfred Winkler Ortsbeauftragter
1964 erhält der Ortsverband einen Vespa-Roller, die Melde-Biene
1968 erhält das THW den ersten Hanomag
1968 Umzug in den in Eigenregie renovierten alten Lokschuppen
1976 Sprengung eines 42 Meter hohen Kamins
1977 Bau einer Brücke über die Eger im Wellertal
1984 Gründung der Jugendgruppe durch Uwe Prucker
1988 Umzug in die Unterkunft am Schreinersteich
1995 wird die Instandsetzungsgruppe zum technischen Zug
1999 fordert Sturm Lothar einen Großeinsatz
2002 Hochwasser in Dresden
2007 Sturm Kyrill
2013 Einsatz beim Hochwasser in Deggendorf
Frankenpost, 17. Dezember 2013
Text und Foto: Annemarie Riedel